Vor 56 Jahren wurde ich in Hartha geboren. Meine Eltern verließen 1955 ihre Heimat schweren Herzens aus politischen Gründen. Meine Großeltern Richard und Meta Barthel sowie meine Großmutter Marie Becker lebten noch hier und so blieb der Kontakt nach Hartha über all die Jahre erhalten. Aber auch Freundschaften wie zu Lotte Joppin, geb.Irmscher und Alma Wadewitz, später Wagenzink, blieben bestehen. 1983 besuchte ich Hartha mit meinem Mann und meine Tante Hanna Hübner zeigte uns die Wohnhäuser meiner Eltern u. Großeltern: Goethestraße 25 und Pestalozzistraße 30(?). Seit der Wende treffen sich die Enkel von Paul und Marie Becker jedes Jahr und zwei Mal fanden diese Treffen in Hartha, dem Geburtsort der meisten von uns, statt. 2004 führte uns meine Mutti, Edith Becker, geb. Barthel, durch Hartha und wusste zu jedem Haus eine Geschichte der Bewohner zu erzählen. Im Juni 2009 trafen wir uns zum 2. Mal in Hartha, zum ersten Mal ohne meine Mutti, die im Januar verstorben ist. Immer wieder leben die Geschichten vom Filzkaufmann Paul Becker und dem Kolonialwarengeschäft der Barthels auf.
Als Studentin lernte ich zufällig Walter Haberkorn kennen und anhand seiner Sprache erkannte ich in ihm einen "Landsmann". Wir konnten es nicht fassen, als sich herausstellte, dass wir beide aus Hartha stammen. Meine Mutti erzählte mir dann die ganze Familiengeschichte der Haberkorns.
Im Hotel Flemmingener Hof haben wir jedes Mal eine sehr angenehme Unterkunft gefunden und ein schönes Ambiente für unser Famileientreffen. Bei den Rundgängen durch den Ort konnten wir die vielen Renovierungsmaßnahmen feststellen und wir freuen uns, dass Hartha wieder ein freundliches Gesicht bekommt. Wünschenswert erscheint uns, dass auch in die Straßen wieder mehr Leben einkehrt.
Ich wünsche den Bewohnern meiner alten Heimat alles Gute!
Bis zum nächsten Besuch
Kerstin Ludwig
