Stadt Hartha
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Historie
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Urkundensiegel

1998 konnte Hartha auf eine 775-jährige Geschichte zurückblicken.

Die erste urkundliche Erwähnung von Hartha datiert auf das Jahr 1223.

Der Name von Hartha ist überliefert nach einem Geschlecht, das sich zu Anfang des 13. Jahrhunderts nach seinem Sitz de Harth bzw. zur Harth nannte. Hartha´s Stammname stammt vom Gründer des Ortes.

Heinrich von Harth, der dem niederen Adel abstammte, hatte seinen Sitz in der Nähe der heutigen Kirche, dem Vorwerk Steina, das im 19. Jahrhundert abbrannte. Er wird zusammen mit seinem Bruder Albert von Gersdorf in diesem Jahr auf einer Urkunde, die in Altenberg von König Heinrich IV. ausgestellt wurde, als Zeuge eines Rechtsstreites erwähnt.

Hartha wurde in einer waldreichen Gegend angesiedelt. Auch weitere Ortsnamen in Harthas Umgebung deuten auf gegründete Waldsiedlungen hin. Wir können annehmen, dass die Dörfer um Hartha alle im 12./13. Jahrhundert entstanden sind.

Wann Hartha das Stadtrecht erworben hat, ist urkundlich nicht mehr nachweisbar. Die dafür ausgefertigte Urkunde wurde beim Rathausbrand 1506 mit allen anderen Schriftstücken vernichtet.

Die einzig erhaltene Urkunde aus dem 16. Jahrhundert ist der von Herzog Georg dem Bärtigen ausgestellte Wappenbrief von 1512.

Gersdorf ist der heutige Name einer kleinen Gemeinde am Rande von Hartha, die heute ein Ortsteil von Hartha ist.

Hartha wurde in der Nähe eines Verkehrsweges zwischen Dresden und Leipzig gegründet. Unsere Vorfahren kamen aus Franken, Thüringen und Flandern.

Harthas Ruf als Textilstadt geht bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Im Jahre 1506 wurde die Innung der Leineweber durch Herzog Georg von Sachsen bestätigt. Die hier hergestellten Textilprodukte wurden bereits 1750 bis nach Spanien exportiert. Neben der Textilherstellung spielte die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle.

Bis 1588 unterstand die Stadt der bedeutenden Herrschaft Kriebsteins. Im selben Jahr, in dem Kurfürst Christian I. abgetreten ist, wurde Hartha dem Gerichtsstand von Rochlitz zugeordnet.

Mit der Gründung der Neustadt erweiterte sich Hartha im 16. Jahrhundert. Hinzu kam das 1755 durch Reinhardt von Wallwitz errichtetet Reinhardtsthal.

Hartha als Stadt hatte nie Befestigungsanlagen aufzuweisen. Dadurch erlebte es viel Not und Elend. Durch Brände und Kriegslasten blieb Hartha immer ein armes Weberstädtchen. Während des Befreiungskrieges 1813 gehörte Hartha und deren Umgebung immer zum Durchzuges- und Aufmaschgebiet.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden eine Reihe von Fabriken, in denen vor allem Filz, Schuhe und Metallartikel (Litze) für die Webereien, aber auch Zigarren und Knöpfe produziert wurden. Dies verhalf der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung. Durch die Entwicklung von Handwerk und Industrie verbesserte sich das soziale Leben in Hartha.

Industriegeschichte Hartha´s
1857Perlmuttknopffabrik von J.A. Möbius
Dresdener Str.
1860Filzwarenfabrik von Julius Fein im Flemmingen
1871Zigarrenfabrik von Julius Hoffmann
1875Filzwarenfabrik von H. Müller
1886erste Stahldrahtlitzenfabrik- und Webgeschirrfabrik Dathe & Göhler
Heinrich-Heine-Str.
1900Webwarenfabrik von Richard Möbius

Dresdener Str.
1921Spinnerei von Richard Möbius

Sonnenstr.

1893 erfolgte die Fertigstellung der Eisenbahnlinie Waldheim-Hartha-Rochlitz, womit die Epoche des technischen Fortschittes eingeleutet war.

Hartha wurde zum traditionellen Industriestandort.

Mit der Vollendung des Schulbaues 1902 sowie der 1870 eingeweihten Stadtkriche, welche im neoromaischen Stil erbaut wurden ist, prägten Hartha ein neues Bild städtischer und architektonischer Schönheit jener Zeit.

Auch flächenmäßig hatte sich Hartha entwickelt. Einige Landgemeinden um Hartha schlossen sich Hartha an und sind heute Ortsteile. >>> Liste der Eingemeindungen

Neben der Industrie entstanden zahlreiche Wohngebiete in unserem Territorium.

Die Zeit des Neosozialismus endetet am 24. April 1945 tragisch. Unsere Stadt wurde Opfer eines mehrstündigen Beschusses durch amerikanische Truppen. Durch das mutige Auftreten einiger Harthaer Bürger konnte eine völlige Zerstörung verhindert werden. Im Mai 1945 wurde Hartha von Russen besetzt.

Mit der Spaltung Deutschlands und die Gründung der DDR begann die Umgestaltung der vorhandenen Fabriken in VEB´s und die Landwirtschaft wurde in LPG`s neu organisiert.

In den Jahren bis 1989 war Hartha zwar ein kleines Städtchen mit rund 9000 Einwohnern. Die 5 größeren Betriebe machten Hartha dennoch zu einer Industriestadt, in die viele Menschen aus den umliegenden Städten und Gemeinden früh zur Arbeit kamen. Die bedeutendsten Produktionsstätten waren die Textilwerke, die Hausschuhwerke, Elektromotorenwerke, Stoßdämpferwerke und die Spindelfabrik.

Mit der Wende 1989, der Wiedervereinigung Deutschlands, schlug auch in Hartha ein neues Buch der Geschichte auf. Das Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit zum Positiven entwickelt.

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Das Antlitz unserer Stadt Hartha vor fast 400 Jahren

von Hans-Joachim Störr


erschienen im Stadtanzeiger Nr. 02/2017

Hartha vor fast 400 Jahren
Stich von Dilich

Ein seltener Anblick - stünde es nicht gedruckt darüber zu lesen, niemand würde diese Zeichnung als unser Heimatstädtchen wieder erkennen. Der Künstler, der diese Federzeichnung geschaffen hat, ist W. Dilich und war Zeichner und Kursächsischer Oberlandbaumeister. Dilichs Zeichnungen sind alle zwischen 1626 – 1629 entstanden. Sie umfassen weitere Städte unserer Umgebung im damaligen kursächischen Kreis.
Hartha´s Abbild ist die älteste, überlieferte Darstellung unserer Stadt – entstanden in der Zeit des 30 jährigen Krieges (1618 – 1648). Da ist kein Weg, kein Baum, kein Haus, das uns aus dem Bilde heimatlich grüßt, nicht einmal der sonst so charakteristische Kirchturm. Der fiel übrigens in den Wirren des 30 jährigen Krieges den Flammen zum Opfer, wie auch viele Gebäude des Marktes.
Schauen wir uns genau Dilichs Darstellung an.
Der Weg, der uns vom Vordergrund in einer Talmulde ins Innere der Stadt führt, kann kein anderer als der Richzenhainer Kirchweg sein, der in die Langgasse einmündet und am sogenannten Butterberg vorübergeht – deutlich drinnen die Steinaer Straße. Den Markt entlang reihen sich eine Menge niedriger Häuser aneinander, mittendrin ein turmgekröntes Gebäude – sicher das erste Rathaus. Wie berichtet wird, zählt unsere Stadt im Jahre 1600 116 Häuser. Heute steht davon kein Einziges aus dieser Zeit mehr. Das Stadtbild hat sich über die Jahrhunderte stark verändert, aber der heimatliche Boden ist erhalten geblieben. Was einst Feldwege waren, wurde zu Straßen ausgebaut und gehören heute zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen für Nah und Fern. Dort, wo einst Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde, stehen heute moderne Wohn- und Geschäftshäuser sowie Gewerbezentren. Die Standorte Markt und Kirche sind von Beginn seiner Entstehungsgeschichte geblieben und seit jeher Zentrum unserer Stadt.
Anmerkung: Dank der Fotografie, die Ende des 19. Jahrhunderts in ihrer Vielfalt auf alle Bereiche des Lebens und in der Gesellschaft Einfluss nahm, können wir die Entwicklung unserer Stadt bis heute in Wort und Bild verfolgen.

 
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